Von: Lisa Feldmann aus Bentota

An: Annika Freitag nach Mannheim

Bentota, 17. August 2017

Meine liebe Freundin,

nicht mal so groß wie Bayern, aber mit buddhistischen Tempeln und Traditionen, Teeplantagen und afrikaähnlichen Nationalparks unglaublich vielfältig: So ist Sri Lanka –auch die Träne Indiens genannt. Daher heißt es auch das Land mit den drei „T“s: Tempel, Tee und Tiere. Knapp drei Wochen waren wir mit unseren Backpacks unterwegs. Unsere Route: Von Negombo (bei der Hauptstadt Colombo) nach Anuradhapura, von dort weiter nach Sigiriya zum Löwenfelsen. Anschließend von Kandy zu den Teeplantagen in Ella und zum Lake Tissa in ein echtes Baumhaus. Den vorletzten Stopp haben wir in der wunderschönen Stadt Galle und die letzten Tage am Strand in Bentota gemacht.

Mit dem Rad durch buddhistische Tempel

In Negombo haben wir nach unserem langen Flug nur übernachtet und sind am nächsten Morgen mit dem Zug weiter nach Anuradhapura. Zug fahren ist auf jeden Fall ein Abenteuer für sich: Die Fenster und Türen sind während der Fahrt offen, an den Haltestellen schlendern Sri Lanker barfuß durch die Wagons und verkaufen Maiskolben, Gebäck oder Kaffee aus der Thermoskanne und die Züge sind unglaublich langsam – kontrastreicher zu unseren deutschen ICEs könnte es gar nicht sein. Abends sind wir geschafft, aber glücklich von unserer Tagesreise in ein warmes und weiches Bett im Hotel Amsterdam Tourist Rest gefallen. Das Hotel ist an Gastfreundlichkeit und Wohlfühlfaktor kaum zu übertreffen ist. In Anuradhapura steht auf jeden Fall eine Radtour durch die alten buddhistischen Tempelanlagen, insbesondere zu den sogenannten Stupas auf dem Programm. Gut beraten ist derjenige, der die Anlagen nur barfuß und mit bedeckten Schultern und Knien betritt.

Besichtigung antiker Tempelanlagen in Anuradhapura

In Sri Lanka gibt es eine Buddha-Statue nach der nächsten.

Das ist eine sogenannte „Stupa“, ein buddhistisches Bauwerk.

„Stupas“ gibt es in jeder Größe.

Ein Eisverkäufer in Sri Lanka

Die Blumen werden gekauft, um sie buddhistischen Göttern zu opfern.

Fresken auf antiken Treppenstufen

Der Löwenfels und die Wolkenmädchen

Der Löwenfels (Lion’s Rock) in Sigiriya ist wohl die bekannteste „Sehenswürdigkeit“ des Landes. Und obwohl eine Reise durch die „Träne Indiens“ allgemein sehr günstig ist, sind die Eintrittspreise vergleichsweise hoch. Der Monolith ist beeindruckend, die Besteigung machbar, der Ausblick richtig schön. Auf dem Weg nach oben passiert man die Wolkenmädchen – Fresken von barbusigen Frauen.

Ein gigantischer Monolith: der Löwenfelsen in Sigiriya

Die Wolkenmädchen, barbusige Fresken auf dem Löwenfelsen

Noch schöner und weniger touristisch ist der massive Felsrücken von Pidurangala – der Ausblick lohnt sich vor allem in der Abenddämmerung. Allerdings kann man sich hier auf eine kleine Klettertour einstellen. Belohnt wird man mit einem grandiosen Blick auf den Löwenfelsen.

Der Löwenfels in der Abenddämmerung

Traumhafte Aussicht

Zahntempel in Kandy und Teeplantagen in Ella

Von Sigiriya haben wir den Bus nach Kandy genommen. Eine Busfahrt in Sri Lanka funktioniert so: Der Bus hält an nicht gekennzeichneten Stellen, der Reisende steigt ein, der Busfahrer spielt Bollywood-Musik und hupt unentwegt die Tuk-Tuk-Fahrer an, ein Kassierer geht durch die Reihe und berechnet den Fahrpreis, der für jeden etwas anders ausfällt.

In Kandy hat es wie aus Eimern geschüttet – und das zum größten buddhistischen Fest in Sri Lanka des Jahres: dem Esala Perahera. Das Fest ist dem linken Zahn Buddhas gewidmet, den ein Elefant auf seinem Rücken durch die Stadt trägt.

Esala Perahera ist das wichtigste buddhistische Fest in Sri Lanka.

Zu Besuch im Zahntempel in Kandy

Mit dem Zug geht es von Kandy weiter nach Ella – und diese siebenstündige Zugstrecke zählt zu den schönsten des Landes. Man fährt über das Hochplateau Sri Lankas, das über und über mit Teeplantagen bedeckt ist. Ella ist in eine grüne Berglandschaft eingebettet und eignet sich gut zum Wandern, beispielsweise über die Bahngleise hoch zum Ella Rock. Oder die Tour zur Nine-Arches-Bridge – sie lässt sich gut mit dem Aufstieg auf den Little Adam’s Peak verbinden. Übernachtet haben wir in den Rowinrich Cottages.

Die Zugfahrt von Kandy nach Ella

Die Nine-Arches-Bridge in Ella

Aussicht vom Little Adam’s Peak

Dschungel-Feeling: Übernachten im Baumhaus

Im tiefen Süden haben wir bei Lake Tissa übernachtet, um einen Ausflug in den Yala National Park zu machen – dieser erinnert mehr an Afrika als an Asien und ist uns auch viel zu touristisch gewesen. Zwei Highlights haben wir aber auch dort mitgenommen: Zum einen übernachteten wir in einem echten Baumhaus, zum anderen entdeckten wir den faszinierenden Sandstrand mit Felsen und Lagunen im Küstenort Kirinda.

Spektakulär: Übernachten im Baumhaus

Im Yala National Park unterwegs

Beim Küstenort Kirinda

Der schönste Strand auf unserer Rundreise

Nostalgie in der Altstadt von Galle

Der 150 Kilometer weit entfernte Ort Galle ist von dicken Stadtmauern umgeben, die den Altstadt-Kern beschützen – und damit die weißen Häuser und den weißen Leuchtturm, nette Cafés und Restaurants, süße Lädchen und tolle Unterkünfte wie „unser“ Kahlid’s Huize Bruisen de Zee . Allein das Foyer mit alten Torbögen und Treppen überzeugt schon. Die grasbewachsenen Wallanlagen der Stadt laden zu einem ausgiebigen Spaziergang ein – oder dazu, den Sonnenuntergang zu „bestaunen“.

Zu Gast im traumhaften Hotel Kahlid’s Huize Bruisen de Zee

Sonnenuntergang in Galle

Ein Spaziergang über die alten Festungsmauern

Das Beste zum Schluss: endlose Palmenstrände

Die letzten drei Tage haben wir es uns dann noch in einem Hotel am Meer nahe Bentota gut gehen und die Seele baumeln lassen. In der Umgebung gibt es auch endlose Palmenstrände und viele Schildkröten-Farmen: Dort durften wir ein paar Baby-Schildkröten die Freiheit schenken.

Strand in Bentota

Eine Baby-Schildkröte

Auf in die Freiheit!

… das Land der drei „T“s hat einiges zu bieten, wie du siehst. Ich schicke dir salzige Meeresluft, ein paar Kokosnuss-Palmen und strahlenden Sonnenschein nach Mannheim.

In Freundschaft,

deine Lisa